Bei
Besichtigungsterminen merkt man schnell, ob der Interessent
auch weiss was er tut leider ist
das die Seltenheit, deshalb hier unsere
allgemeinen Tips wie man einen Klassiker kauft und sich
entsprechend vorbereitet.
1. Welches
Modell, welche Marke ?
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Der Spaß an
einem Oldtimer hat selten etwas mit der Höhe des
Kaufpreises zu tun.
Überlegen sie sich vorher genau ob Sie lieber ein
Trainingsgerät für historischen
Motorsport oder lieber einen "Cruiser" kaufen
möchten.
Möchten Sie den
Pelz innen tragen oder lieber außen? Brauchen Sie 200 PS
obwohl 120 PS meistens
ausreichend wären? Bedenken Sie, dass man einen
Klassiker
in der Regel nicht mit dem Pedal in der Ölwanne
von
Treffen zu Treffen heizt, sondern die Reise in einem
Oldtimer geniest und der
Spaß im Vordergrund steht.
2. Wie kann man
einen guten Klassiker günstig kaufen?
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Natürlich ist
ein früher 911er genauso wie ein früher Mustang
ein
Auto das jeder toll findet. Auch die Mercedes SL Pagode stößt
niemand von sich.
Leider haben diese "Everyones darling"
die
ähnlichen Eigenschaften wie eine sehr attraktive Frau.
Jeder"mann" ist
interessiert und dementsprechend überbewertet kann der
Gegenwert sein.
Freunden
empfehlen wir sogenannte "Schattenmodelle" also
Fahrzeuge die fast die
gleichen Eigenschaften haben, aber oft nur einen
Bruchteil
des Lieblingsmodells kosten. Bei jeder Marke gibt es
auch
unterbewertete Modelle z.B. Mercedes W108 - kostet als
solide klassische
Limousine 10.000 Euro - als Cabrio das 3-5 fache.
Bei Porsche kann
es umgekehrt sein - ein offener 911 Targa ist
oft
preiswerter als ein Coupe - weil halt jeder die herrliche
Coupeform mag. Sofern Sie aber
nicht zu den Zeitgenossen gehören die
meistens mit über 200 Km/h über die Autobahn donnern haben
Sie bei einem Targa den
Cabrionutzen zusätzlich und bezahlen
weniger.
Eine gute
Renault Alpine 110 kostet ein mittleres Vermögen, das
modernere Nachfolgermodell ist
zum Butterbrot Tarif zu bekommen.
Eine schöne
Alfa Romeo Giulia ist für wenige Tausend Euro zu
bekommen,
eine Borgward Isabella jedoch nie.
Der Markt hat
teilweise unfaire Bewertungen deshalb überlegen Sie
sich
genau ob Sie das "trendige" Modell brauchen, oder
lieber einen
Begehrtheitsgrad daneben kaufen möchten und das gesparte
Geld in den technisch
oder optisch tadellosen Zustand investieren.
3.
Kaufberatungen
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Oldtimer Praxis,
das mehr technisch orientierte Magazin, das Heft
mit
den grössten Kleinanzeigen Teil "Oldtimer Markt"
und auch bei "Motor
Klassik" enthalten "Kaufberatungen". Sofern
sie nicht an einen Exoten
interessiert sind bekommen Sie hier ersten Überblick für
Schwachstellen für wenig
Geld. Die Schwachstellen sind dort aufgelistet und diese
schreiben Sie sich auf
einen Zettel und nehmen diesen zum Besichtigungstermin mit
soweit sie es nicht im
Kopf behalten können.
In sogenannten
Autobuchhandlungen wie z.B. Schrader und Co in München
erhält man fast für jedes
Modell entsprechende Literatur - dort steht
zwar
nicht drin auf was man bei einem Oldtimerkauf achten muss,
aber man lernt über das
Buch die Ausstattungen und vielleicht auch Eigenheiten
der
Produktpalette kennen. Diese Anfangs- investition macht
Spass und gibt Sicherheit
auch das Auto zu kaufen das man auch wirklich haben
will.
4. Hilfestellung
beim Kauf
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Natürlich kann
man einem seriösen Anbieter von Oldtimern Vertrauen
entgegenbringen
- nur woran erkennt man diese Spezies ;-) ?
Da ist es schon
besser man kennt jemanden im Freundeskreis der
einen
Oldtimer hat - oder zumindest an einem schraubt der dem
Modell was man kaufen möchte,
ähnlich ist.
Kontakte bekommt man
über
das Internet und entsprechende Club-Foren. Sendet man hier
einen Hilferuf das man
etwas kaufen möchte aber vorher noch ein paar
Fragen
stellen möchte - dann wird man meistens jemanden finden der
unparteiisch Hilfestellung
leistet.
5. Was nimmt man
mit zum Besichtigungstermin
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- Eine gute
Taschenlampe
- Jemanden der
sich idealerweise mit dem Thema auskennt und
auch
dann "bremst" wenn man vor lauter emotionaler
Begeisterung sofort damit
heimfahren will. (Siehe auch unten "Sachverstand")
- eine solide
Fussmatte/alte Decke um auch mal einen Kniefall vor den
Schwellern zu machen oder den
soliden Unterboden bewundern zu können - seriöse Anbieter
stellen auch den Besuch einer Werkstatt und die Benutzung
einer Hebebühne an.
- Einen
angemessenen Geldbetrag als Anzahlung falls die
Kaufentscheidung schon
beim ersten Besichtigungstermin fällt.
- Einen
Schraubenzieher mit dem man - nach vorheriger Rückfrage
beim Verkäufer - auch mal an
einer Unterbodenschutzstelle kratzen
oder
etwas abklopfen kann.
- Ein
Lackstärkenmessgerät bei Hochpreisklassikern.
6. Wie geht man
taktisch freundlich vor
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Notieren Sie
sich bei Besichtiungstermin alle Punkte die klärenswert
oder mangelhaft sind auf einen
Zettel. Auch wenn man über Themen sprechen
muss
die dem Verkäufer vielleicht unangenehm sind - loben Sie
einfach zwischendurch
auch mal Dinge die ihnen positiv am Fahrzeug auffallen -
das lockert das Gespräch und
der Austausch der Informationen fliesst
leichter.
Nicht immer, aber meistens.
7. Welche Dinge
sind "normal" bei einem Oldtimer
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Das ist leider
von Modell zu Modell unterschiedlich - ältere englische
Klassiker genauso wie deutsche
und italienische lassen mal einen Tropfen
Öl
auf den Garagenboden fallen. Es ist und bleibt ein altes
Auto mit älterer
Technik. Wieviel Ölverlust am Motor, Getriebe oder
Hinterachse jedoch als
"normal" gilt sollten Sie bei Bedenken bei
Fachleuten erfragen.
Schauen Sie
einfach mal auf den Garagenboden wo das Auto vorher stand.
Die Spuren dort veraten oft
etwas über Undichtigkeiten. Es gibt Fahrzeuge
da muss man den
Rückwärtsgang mit einer kraftvollen Bewegung einlegen,
aber die Frage stellt sich - ist
es normal bei dem Getriebe Ihres Wunscholdtimers?
Macht das Auto
Geräusche bei der Fahrt die nicht auf undichte
Fentergummis und die Windgeräusche zurück
zu führen sind.
"Singt" die Hinterachse
etwas? knarzen die Fahrwerksgummis? Sind die Reifen
einseitig abgefahren? Wie
sehen die Bremsscheiben und Bremsleitungen aus?
Gibt es ein
Servicescheckheft? Grosser Pluspunkt wenn es bei einem
Oldtimer noch vorhanden ist -
oder alternativ wenn der Verkäufer alle
Belege
von Reparaturen und Instandhaltung sauber abgeheftet hat.
Dann kann auch
u.U. eine Laufleistung vom Motor abgeschätzt werden,
die sonst nur auf einer Anzeige
stehen - aber jede Anzeige kann manipuliert
werden oder sogar der Tachometer selbst ausgetauscht sein.
"Überholter
Motor" wird oft als Argument angeführt um eine
Sicherheit beim
Oldtimerverkauf zu vermitteln. Aber, gibt es auch hier
Belege welche Teile bei
der Überholung ausgetauscht wurden? - oder war es
doch
"nur" ein Austauschmotor?
Der Austauschmotor kann
von einer Fachwerkstatt
auf der Basis eines neuen Originalmotors eingebaut
worden
sein - die Bezeichnung "Austauschmotor" ist aber
nicht geschützt, es kann
auch ein Motor vom Schrottplatz sein der unbekannter
Herkunft und Laufleistung
ist. Deswegen muss der Motor nicht schlecht sein,
aber
keine Belege = Vertrauensfrage = Risiko. Misstraut man der
präsentierten Technik bleibt
nur die Überprüfung von einem beauftragten
Sachverständigen der idealerweise auch Erfahrung mit
Oldtimern hat.
8.
Kaufentscheidung
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Natürlich gibt
es Leute die gehen in einen Laden und sagen; "Der
gefällt mir, den nehme
ich und lassen sie ihn aber noch in einer anderen Farbe
spritzen" aber für diese
Leute schreiben wir hier nicht. Von
"Motor Klassik" gibt es einen Muster Kaufvertrag - der auch
die Zustandskategorie
eines Klassikers festlegt - hier kann man Punkte
wie
Originalität von Motor und Anbauteilen festhalten damit es
später keine Probleme
gibt wenn es Probleme gibt.
Hier ist natürlich auch noch
der Status des Verkäufers
wichtig. Ist er gewerblich tätig oder verkauft
er
als privater Liebhaber - dementsprechend gibt es
unterschiedliche Gewährleistungsansprüche
hinterher. (Siehe Gewährleistung)
9. Probefahrt
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Natürlich gibt
es viele Leute die einfach nur mal eine Runde mit einem
solchen Wagen fahren möchten.
Deshalb sollte vor der Probefahrt eine
Einigung
über Zustand des Wagens und der Kaufpreis feststehen.
Ergeben sich bei
der Probefahrt keine weiteren Mängel kann dann kann eine
Kaufabwicklung folgen. Natürlich machen wir auch mal rein
ausSpass eine Probefahrt, aber in der Regel hat der
Verkäufer daran natürlich
weniger Interesse also fair bleiben. Ohne Probefahrt kauft
man nur einen Klassiker der im
Zustand 4 bis 5 ist.
10. Klassiker
als Wertanlage?
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Solange die
Wirtschaft nach unten geht sind Oldtimer als Luxusgut
keine echte Anlage alternative.
Betrachtet man jedoch die Entwicklung von
namhaften
Aktien in den letzten Jahren dann ist ein Oldtimer
wesentlich wertbeständiger.
Bedenkt man auch den Spass den eine solche
Wertanlage
macht so hat man auf jeden Fall eine "Rendite".
Auch haben die Preise
trotz Rezession kaum nachgegeben und ein guter Wagen bringt
auch nach einigen Jahren
Spass wieder sein Geld zurück - manchmal sogar
mehr
- soweit man das richtige Modell besitzt oder den
entsprechenden Liebhaber
findet.
Zustandskategorien
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Ähnlich wie in
der Schule vergibt man hier Noten von 1-5.
Zustand 1 - Wie
neu oder besser (also eigentlich fast nie)
Zustand 2 - Sehr
guter technischer und optischer Zustand = sehr selten und
oft nur nach einer aufwendigen
Restauration oder superseltenem Originalzustand zu finden.
Zustand 3 -
Gepflegter Klassiker ohne grössere Mängel, sofort
gebrauchs- fertig und keine notwenigen Reparaturen
Zustand 4 -
Meist unrestaurierte Exemplare mit Durchrostungen oder
technischen Mängeln -
evtl. fahrbereit - kein TÜV.
Zustand 5 - Ein
Fall für die Komplettrestauration - fehlende Teile -
Fahrzeug in Teilen.
Da sie als
Einsteiger vermutlich in den Kategorien 2 bis 3 kaufen
werden - sie wollen ja
fahren und nicht schrauben - gibt es auch hier feine
Abstufungen
d.h. auch auf Gutachten kann mal der Zustand als 2- oder 3+
bzeichnet werden.
11. Die richtige
Werkstatt
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Ist wie der Kauf
eine Vertrauensfrage - nur weil die betreffende Werkstatt
an Oldtimern schraubt heisst das
noch nicht das man gute Arbeit für
angemessene
Preise bekommt. Hier lieber über Oldtimerclubs fragen
oder Referenzen anfragen.
12. Was brauche
ich noch?
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Oldtimerversicherung
- Gutachten bei
wertvolleren Klassikern
- H-Kennzeichen
oder rotes 07er Oldtimerkennzeichen
- Mitgliedschaft
bei einem Markenclub ist bei Anfängern empfehlenswert
13.
"Sachverstand" zum Thema
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Hat natürlich
ein Kfz-Sachverständiger - aber auch nur wenn er auf das
Thema Oldtimer spezialisiert
ist. Niemand kennt sich bei allen Marken und Typen
aus
- das ist ähnlich wie bei Versicherungen - da kennt sich
auch nur der Spezialist
wirklich aus.
Fragen Sie BEVOR
Sie einen Spezialisten beauftragen
bei welchen Marken/Modellen er sich gut auskennt.
Markenclubs geben auch oft wertvolle Tips den richtigen
"Mann" oder "Frau" zu finden.